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Neu entdeckte Fragmente des Tetrachordum musices

Archiv des Schottenstifts -

Die alltägliche Erschließungsarbeit steckt voller Überraschungen und Zufälle; so auch bei jüngst erfolgten Verzeichnungsarbeiten in der Fragmentensammlung: Bereits 2021 mussten bei der Restaurierung von Cod. 250 die völlig desolaten Deckel ersetzt werden. Diese bestanden aus zu einer Art Kartondeckel zusammenkaschierten Papierblättern, unter denen nach der Auseinanderlösung auch verschiedene Fragmente zum Vorschein kamen. Bei zwei Blättern handelt es sich, wie sich nun herausstellte, um die Blätter F1 und F2 des vom Humanisten Johannes Cochlaeus verfassten Werks Tetrachordum musices.1 Unmittelbare Relevanz für das Schottenstift erhält das Werk durch die Beteiligung Benedikt Chelidonius’, dessen Todestag sich zufälligerweise im gleichen Jahr zum fünfhundertsten Mal jährte. Die aus diesem Anlass noch bis 12. Februar laufende Themenschau „Benedictus Chelidonius: Ein Poet als Abt“ im Museum im Schottenstift widmet sich dem Leben und Wirken dieses bedeutenden Vertreters des Klosterhumanismus und beleuchtet auch seine vielfältigen Beziehungen zu anderen wichtigen Humanisten seiner Zeit. Für das nun fragmentarisch vorliegende Tetrachordum musices Cochlaeus’ lieferte er ein lateinisches Widmungsgedicht; ein weiteres steuerte der ebenfalls mit Chelidonius befreundete Willibald Pirckheimer bei.

StiB Fragm. imp. 17A und 17B: Rectoseiten.

Bei dem Werk handelte sich um ein einflussreiches Schulbuch zur Kirchenmusik, das erstmals 1511 bei Johann Weißenburger in Nürnberg in den Druck kam. Es folgte eine weitere Auflage bei Johann Stuchs 1512, bevor der Druck weiterer Auflagen an Friedrich Peypus ging. Bei den vorliegenden Fragmenten handelt es sich um zwei Blatt des vierten Kapitels über die Mensuralmusik aus der dritten Auflage von 1514 bzw. der ersten aus der Offizin von Peypus. Obwohl Chelidonius das Widmungsgedicht schon ab der ersten Auflage beisteuerte, ist keine Ausgabe des Tetrachordum in der Bibliothek des Schottenstifts erhalten. Da die Trägerhandschrift Cod. 250 bereits im 15. Jahrhundert im Besitz des Schottenklosters war, dürfte die Neubindung – wohl im 19. Jahrhundert – im Stift erfolgt sein. Hierfür wurde offenbar u.a. ein in der Bibliothek vorhanden gewesenes Exemplar des Tetrachordum makuliert und zur Neubindung des mittelalterlichen Codex recycelt. Heute sind die beiden Blätter die einzige bekannte Repräsentation der dritten Auflage des Tetrachordum musices in Österreich.

StiB Fragm. imp. 17A und 17B: Versoseiten.
  1. Verzeichnis der Drucke des 16. Jahrhunderts (VD 16) C 4403.

P. Cölestin Wolfsgruber, Abt Amand Oppitz und weitere Schottenmönche im Österreichischen Biographischen Lexikon

Archiv des Schottenstifts -

Zu fünf (teilweise weniger bekannten) Angehörigen des Schottenstifts sind kürzlich neue biographische Artikel erschienen: zu Abt Amand Oppitz (1869–1947), zum Prior und Politiker P. Edmund Götz (1792–1862), zum Theologen und Prediger P. Adrian Gretsch (1753–1826), zum Theologen und Seelsorger P. Constantin Vidmar (1851–1937) sowie zum Kirchenhistoriker und Prediger P. Cölestin Wolfsgruber (1848–1924). Zu letzterem findet sich in der jüngsten Lieferung des kurz vor seinem Abschluss stehenden Österreichischen Biographischen Lexikons 1815–1950 (ÖBL) der allerletzte gedruckte Artikel zu einem Schottenmönch:

Maximilian Alexander Trofaier, Art. Wolfsgruber, Cölestin (Johann Nepomuk), in: ÖBL 16, 72. Lfg. (2021) 332f.

Dieser kann ebenso open access abgerufen werden wie die vier weiteren Kurzbiographien, die bei der ursprünglichen Konzeption des Lexikons übersehen und daher nun als Nachträge in der ÖBL Online-Edition veröffentlicht wurden:

Maximilian Alexander Trofaier, Art. Götz, Edmund (Joseph) (20.12.2021), in: ÖBL online, 10. Lfg., https://www.biographien.ac.at/oebl/oebl_G/Goetz_Edmund_1792_1862.xml.

Maximilian Alexander Trofaier, Art. Gretsch, Adrian (Joseph Sebastian) (20.12.2021), in: ÖBL online, 10. Lfg., https://www.biographien.ac.at/oebl/oebl_G/Gretsch_Adrian_1753_1826.xml.

Maximilian Alexander Trofaier, Art. Oppitz, Amand (Alfred Maria) (20.12.2021), in: ÖBL online, 10. Lfg., https://www.biographien.ac.at/oebl/oebl_O/Oppitz_Amand_1869_1947.xml.

Maximilian Alexander Trofaier, Art. Vidmar, Constantin (Johann) (20.12.2021), in: ÖBL online, 10. Lfg., https://www.biographien.ac.at/oebl/oebl_V/Vidmar_Constantin_1851_1937.xml.

„Leonardo da Vinci gestern und heute“ – Ein studentisches Filmprojekt mit der Bibliothek des Ratsgymnasiums Bielefeld

Gymnasialbibliotheken und -archive -

„Eine passendere Umgebung gibt es wohl kaum“1, meint Professor Dr. Marc-Oliver Schierenberg von der Fachhochschule (FH) Bielefeld, der in einem fünfminütigen Imagevideo behutsam ein kleines Bändchen mit Skizzen Leonardo da Vincis aus dem Regal der historischen Bibliothek des Ratsgymnasiums Bielefeld zieht.

Im Fachbereich Ingenieurwissenschaften und Mathematik der FH bewegen sich Studierende und Lehrende im Projekt „DA VINCI 500“ auf den Spuren des italienischen Universalgelehrten und konstruieren auf Basis der Skizzen Leonardos Modelle für die mittlerweile über 100 Objekte umfassende gleichnamige Ausstellung.2 Auch wenn Bielefeld bekanntlich nicht zum Wirkungskreis Leonardos zählte und seine Originalskizzen leider nicht dem Bestand der historischen Bibliothek des Ratsgymnasiums angehören, bot deren Aura den vier Bachelorstudierenden doch eine geeignete historische Kulisse für ihren Film. „Es war für uns ein echtes Erlebnis, und die besondere Atmosphäre hier unterstreicht den Charakter des Videos als eine Reise in die Vergangenheit.“3, erklärt Nico Wittler als Sprecher der Studentengruppe.

Film:
„Leonardo da Vinci gestern und heute“ (studentisches Projekt an der Fachhochschule Bielefeld, Christina Emthaus, Laurentz Rode, Nico Wittler und Alieren Yildirim, 2021, 4.57 Min). Online unter: https://www.fh-bielefeld.de/ium/presse/leonardo-da-vinci-gestern-und-heute-e2-80-93-ein-studentisches-filmprojekt oder https://www.facebook.com/fh.bielefeld/videos/699453054369343/.

Weitere Filme mit der Bibliothek des Ratsgymnasiums Bielefeld:
„Vielfältiges Sprachenangebot“ (Imagefilm der Schule, Ratsgymnasium Bielefeld, 2020, 2.40 Min). Online unter: https://www.ratsgymnasium-bielefeld.de/index.php/130-videos/917-bibliothek-und-sprachen#top und https://www.youtube.com/watch?v=bedZp4eLwF8&t=57s.
„Die alte Schulbibliothek“ (Abschlussfilm zur Ausbildung zum Mediengestalter/in Bild und Ton, Maurice Fellmer, Kanal 21, 2018, 4.40 Min). Online unter: https://www.ratsgymnasium-bielefeld.de/index.php/130-videos/878-schulbibliothek und https://www.youtube.com/watch?v=Ab88onrRHME.
„Mein alter Freund Fritz“ (Fernsehfilm, Dieter Wedel, 2007).

Anmerkungen

  1. FH Bielefeld. University of Applied Sciences (2021. 16. November): Leonardo da Vinci gestern und heute – ein studentisches Filmprojekt. Online unter: www.fh-bielefeld.de/ium/presse/leonardo-da-vinci-gestern-und-heute-e2-80-93-ein-studentisches-filmprojekt, abgerufen am 14.1.2022
  2. Vgl. zu weiteren Informationen zum Projekt FH Bielefeld. University of Applied Sciences (o.D.): DA VINCI 500. Ein Projekt des Fachbereichs Ingenieurwissenschaften und Mathematik. Online unter: https://www.fh-bielefeld.de/davinci500, und zur Sammlung FH Bielefeld. University of Applied Sciences (o.D.): DA VINCI 500. Sammlung. Online unter: https://www.fh-bielefeld.de/davinci500/collectio, jeweils abgerufen am 14.1.2022.
  3. FH Bielefeld. University of Applied Sciences (2021. 15. Dezember): Studierende der FH Bielefeld überraschen mit Video zur „DA VINCI 500“-Ausstellung. Online unter: https://www.fh-bielefeld.de/presse/pressemitteilungen/studierende-der-fh-bielefeld-ueberraschen-mit-video-zur-da-vinci-500-ausstellung, abgerufen am 14.1.2022.

Schularchivalien Aus dem Staatsarchiv Bamberg abrufbar

Gymnasialbibliotheken und -archive -

Laut Schularchive -Wiki sind jetzt alle schulhistorischen Archivalien aus dem Staatarchiv Bamberg abrufbar: https://schularchive.bbf.dipf.de/index.php/Staatsarchiv_Bamberg.

Das Schularchive-Wiki freut sich auch weiterhin über neue Daten. Wer dort schulhistorischen Daten in das Projekte einpflegen möchte, kann die Betreiber des Wikis gern kontaktieren.

„Da kriege ich eine Gänsehaut“ – Thomas Aigner

International Centre for Archival Research (ICARUS) -

Unser Präsident, Dr. Thomas Aigner, im Interview mit Martin Tauss von DIE FURCHE! Gemeinsam sprechen sie über die „Time Machine Organisation“, „Matricula“ und vieles mehr. Der Schwerpunkt liegt dabei auf dem Thema „Digitalisierung“ mitsamt ihren Chancen und Möglichkeiten für die Zukunft des Archivwesens! Hier geht’s zum Artikel: „Da kriege ich eine Gänsehaut“ – viel Spaß!

Advent 2021.23

Gymnasialbibliotheken und -archive -

23. Dezember

Adam Lonitzer: Kreuterbuch (1604)

Der deutsche Naturforscher und Arzt Adam Lonitzer (1528-1586) schloss bereits mit 17 Jahren sein Studium der Philosophie und Medizin ab und wurde 1553 in Frankfurt am Main promoviert. Sein 1557 erschienenes Kräuterbuch erreichte bis 1783 über 20 Auflagen. Die Beschreibungen der Kräuter und ihrer heilenden Wirkung sind illustriert durch handkolorierte Abbildungen. Im Schlussteil des Buches werden auch Tiere beschrieben, die für die Medizin relevant sind. Dort wird auch das Einhorn unter den real existierenden Lebewesen aufgeführt. Dessen Horn, so heißt es im Text, „ist ein köstliche Artzeney wider alles Gifft, und auch wider gifftige bissz der wütenden Hundt. Item wider die schwere fallende Kräncke“ (= Epilepsie).

 (Bibliothek der Hermann-Tast-Schule, Husum)

Advent 2021.19

Gymnasialbibliotheken und -archive -

19. Dezember

Diui Augustini librorum pars septima. Libri de ciuitate dei XXII. In eosdem comme[n]taria Thome Valois et Nicolai Triueth: cum additionibus Iacobi Passaua[n]tii, et theologice veritates Francisci Maronis, Basel 1505. Bl. 2v. 2° (Bielefeld Gy 159).

Unterer Teil eines Holzschnitts (16,9 x 21,6 cm) der erstmals 1489 von Johannes Amerbach in Basel gedruckten kommentierten Werkausgabe von Augustinus‘ De civitate dei. Dargestellt wird die Polarität zwischen Got­tesstaat (civitas dei) mit dem himmlischen Jerusalem (hier als Basel) und Abel in der linken Bildhälfte sowie dem weltlichen Staat (civitas terrena) mit dem sündhaften Babylon und Brudermörder Kain im rechten Teil des Holzschnitts.

Literatur
Burrichter, D. / B. Magofsky (2020): Augustinus‘ De civitate Dei – Christliche Heilsgeschichte in einer provinziellen Kloster- und Schulbibliothek in Bielefeld. In: bibliotheca.gym, 8.2.2020. Online unter: https://histgymbib.hypotheses.org/6687.
Burrichter, D. / B. Magofsky (2020): Ein spätmittelalterlicher Holzschnitt zur Begleitung und Vertiefung lateinischer Textlektüre? – Das Beispiel der Darstellung von Gottes- und Menschenstaat in Augustinus‘ De civitate Dei. In: Sauer, J. (2020): Augustinus: De civitate Dei. Fachwissenschaftliche und fachdidaktische Zugänge. Heidelberg. S. 117-151. Online unter: https://books.ub.uni-heidelberg.de/propylaeum/reader/download/594/594-30-87524-1-10-20200120.pdf.

Filmreihe zur Bestandserhaltung in Archiven

Gymnasialbibliotheken und -archive -

Bestandserhaltung. FH Potsdam in Kooperation mit dem Geheimen Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz

„Im Rahmen eines Kooperationsprojektes haben der Fachbereich Informationswissenschaften der Fachhochschule Potsdam (FHP) und das Geheime Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz (GStA PK) eine Filmreihe zu den Themen der aktiven und passiven Bestandserhaltung produziert. […]”

Die Filmreihe ist auch für Schulen interessant, die historische Buchbestände mit Archiven betreuen!

Advent 2021.17

Gymnasialbibliotheken und -archive -

17. Dezember

Weinmann, Johann Wilhelm: Phytanthoza-Iconographia […] = Phytanthoza-Iconographia, Oder Eigentliche Vorstellung Etlicher Tausend, so-wohl Einheimisch- als Ausländischer, aus allen vier Welt-Theilen  […]  Latine et Germanico idiomate sincere explicantur à D. Joanne Georgio Nicolao Dieterico, Sacræ Cæsareæ ac Regiæ Catholicæ Majest. Consiliario […] Principis de Furstenberg-Stülingen Medico ordinario ac Reipublicæ Ratisbonensis Physico. – Augsburg : Seuter, Ridinger & Haid
Ex.: CAG Einzelsignatur
1. 1737. – [4] Bl., S. 3 – 200, [275] Bl. : Frontisp. (Kupferst.), 1 Portr. (Kupferst.), 275 Ill. (Kupferst.)

(Bibliotheca domus presbyterorum Gaesdonck, Goch)

 

Die Gründung der Sebastianibruderschaft vor 550 Jahren

Archiv des Schottenstifts -

Wer um das Patronat des hl. Sebastian weiß und an dieser Stelle einen Beitrag mit Bezug zur aktuellen Pandemiesituation erwartet – sei gleich zu Beginn enttäuscht! Der Mittelpunkt des Interesses dieses Beitrags ist vielmehr die Gründung der Sebastianibruderschaft an der Schottenkirche am 16. Dezember 1471, welche sich heuer zum fünfhunderfünfzigsten Mal jährt. Die Sebastianibruderschaft war bis zur Aufhebung der Bruderschaften 1783 die älteste der an der Schottenkirche bestehenden Konfraternitäten.1 Das Gründungsdatum ergibt sich aus dem erhaltenen Statutenheftchen von 1471, das am Titelblatt alle wichtigen Eckdaten zur neu gegründeten Bruderschaft zusammenfasst:

StiA Pfarr Scho 6/01.01, fol. 1r – Statuten der Sebastianibruderschaft, Titelblatt (1471).

Zunächst ist dies der Name der Bruderschaft der heiligen herrn und nothelffer sand Fabian und sand Sebastian der heiligen martrer, die also eigentlich auch dem hl. Fabian geweiht war, der dem hl. Sebastian jedoch zunehmend nachrangig war. Gegründet wurde sie von Abt Matthias Fink persönlich, der die Gründung in Absprache mit seinem Konvent vornahm. Er lag damit im Trend des 15. Jahrhunderts, das angesichts wiederkehrender Epidemien viele Kirchen- und Bruderschaftsgründungen zu Ehren des hl. Sebastian sah. Abt Matthias Fink, der auf dem Titelblatt in der Schreibung Mathias Vinkh auftritt, war einer der schillerndsten Äbte des Schottenklosters. In der späteren Rezeption wurde ihm häufig der Vorwurf der Verschwendung gemacht – trotzdem (oder gerade deswegen?) ist es seine Amtszeit, aus der uns die erste durch das Schottenstift angekaufte Inkunabel und der Schottenaltar erhalten geblieben sind.2 Und er war es auch, der durch einen Neubau des Osttrakts des Kreuzgangs zugleich die sogenannte Sebastianikapelle an der Schottenkirche errichten ließ, in der die neu gegründete Bruderschaft ihren Sitz hatte. Die Gründung der Bruderschaft selbst erfolgte laut Angabe auf dem Titelblatt am Montag vor sand Thomans tag, also dem Montag vor dem 21. Dezember, der in diesem tausent virhundert und in dem ainsundsibenczigisten jare auf den 16. des Monats fiel.

Auf den folgenden zehn Seiten des Heftchens werden die durch Matthias Fink festgeschriebenen Statuten der Bruderschaft dargelegt: Zunächst werden Organisation und Finanzen geregelt, die ein Verweser innehatte, der durch einen Ansager unterstützt wurde. Darauf folgen die Regeln für die religiösen und charitativen Aufgaben der Bruderschaft, die auch eine Verbrüderung mit dem Schottenkloster einging: So sollten die Mitglieder der Bruderschaft – Männer wie Frauen – und die Mönche des Klosters tailheftig sein und werden aller guten werch der jeweils anderen Gemeinschaft. Ebenso verpflichtete sich das Kloster zum Gebetsgedenken für jeden pruder oder swester der Bruderschaft.

StiA Pfarr Scho 6/01.01, fol. 2v – Statuten der Sebastianibruderschaft, Bestimmungen zu Verbrüderung und Gebetsgedenken (1471).

Besonders gefeiert werden sollte zudem das Sebastianifest am 20. Jänner mit einer Predigt und einer vom Abt oder einem Stellvertreter gesungenen Messe. An diesem Tag sollte auch die sogenannte „Sebastianispende“ – eine charitative Zuwendung an die Armen in Form von Brot und Wein – ausgegeben werden.

Nicht erhalten ist ein erstes Bruderschaftsbuch, jedoch sind auf dem letzten Blatt der Statuten besondere Mitglieder verzeichnet (und nach ihrem Tod ausgestrichen?) worden. Dazu gehörten neben Abt Matthias Fink auch Kaiser Friedrich III. und der ungarische König Matthias Corvinus, was ein früher Reflex der Bedeutung der Bruderschaft (und ihres Gründers Fink) sein mag, die bis zu ihrem erzwungenen Ende 1783 anhielt.

StiA Pfarr Scho 6/01.01. – Statuten der Sebastianibruderschaft, Mitgliederliste (1471).
  1. Zur Geschichte der Bruderschaften: Albert Hübl, Die Bruderschaften an der Schottenkirche in Wien, in: Berichte und Mitteilungen des Alterthums-Vereines zu Wien 50 (1918) 1–21, hier zur Sebastianibruderschaft 1–11. Hier im Blog siehe auch https://schotten.hypotheses.org/1451.
  2. Maximilian Alexander Trofaier, Matthias Fink, ein verschwenderischer Abt des Wiener Schottenklosters (1467–1475) und ungarischer Sekretär der österreichischen Herzoge? Eine Neubetrachtung, in: Semper ad fontes. Festschrift für Christian Lackner zum 60. Geburtstag, hg. von Claudia Feller und Daniel Luger (Veröffentlichungen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung 76, Wien 2020) 357–373, hier 367; siehe hierzu https://schotten.hypotheses.org/2467.

Advent 2021.16

Gymnasialbibliotheken und -archive -

16. Dezember

Grabeskirche Jerusalem

Breydenbach, Bernhard von: Peregrinatio in terram sanctam. Mainz: Erhard Reuwich, 11.II.1486. 2°.  – 140 [von ursprünglich 164] Blatt. 295 x 210 mm.

BSB-Ink B-909. GW 5075. ISTC ib01189000. Bod-inc B-552. Schlechter/Ries 424. Sack: Freiburg 813.

(Bibliothek des Christianeums, Hamburg)

Oldalak

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