Gymnasialbibliotheken und -archive

Dante Alighieri in der Staatsbibliothek zu Berlin

Eine Reise durch zehn Himmelssphären. Dante Alighieri in der Staatsbibliothek zu Berlin. Spurensuche und Recherchewege

Falk Eisermann schreibt uns dazu in einer Rundmail:

Zum heutigen 700. Todestag Dante Alighieris wird in diesen Minuten die virtuelle Ausstellung „Eine Reise durch zehn Himmelssphären“ der Berliner Staatsbibliothek gelauncht: https://blog.sbb.berlin/dante-2021/. Der Untertitel „Spurensuche und Recherchewege“ weist darauf hin, dass neben vielen bedeutenden Exponaten, die in Texten, Bildern und Videos vorgestellt werden, auch verschiedene von der SBB und anderen Einrichtungen bereitgestellten elektronischen Auskunftsmittel behandelt und erläutert werden. Ich freue mich besonders, dass in der „dritten Himmelssphäre“ einerseits die Dante-Inkunabeln der SBB vorgestellt werden, zum andern ein recht detailliertes Video-Tutorial zu den Recherchemöglichkeiten und -strategien in der GW-Datenbank angeboten wird, das – über das Thema Dante hinaus – vielleicht für manche/n von Ihnen von Interesse sein kann.

Beitragsbild

Bildnis des Dante Alighieri. Tobias Stimmer (zugeschrieben), Formschneider. 1575/1577. Staatsbibliothek zu Berlin

„Kulturelle Überlieferung kooperativ organisieren“

Michael Knoche: Kulturelle Überlieferung kooperativ organisieren, in: Aus der Forschungs­bibliothek Krekelborn, 16. August 2021, URL:https://biblio.hypotheses.org/2613. Aufgerufen 16. August 2021

„Die deutschen wissenschaftlichen Bibliotheken sind dabei, ihre Bestände radikal umzuschichten. Bücher werden in großem Maße zugunsten von elektronischen Medien ausgetauscht.“[…] Die These sei, „dass es sich bei der kulturellen Überlieferung um keine konservative Tätigkeit, sondern um eine zukunftsgerichtete, gesellschaftlich notwendige Aufgabe handelt. Sie sei nur lösbar, wenn sie kooperativ und innovativ angegangen werde.“ […]  Überlieferung, so Knoche, sei „ein Thema, das nicht in fünf Jahren abzuhaken ist, sondern langen Atem und gute Steuerung braucht.“[…]

Beitragsbild

Wimborne Minster: the chained library. Foto: Chris Downer, 2013 (Quelle + Lizenz)

Festschriften des Christianeums von 1938 und 1988

Königliches Academisches Gymnasium zu Altona. Kupferstich von Barbara Helena Oeding, 1744 (Archiv des Christianeums)

Bei digishelf sind die Digitalisate der Festschriften des Christianeums, Hamburg, gegründet 1738 in Altona als Academisches Gymnasium, aus den Jahren 1938 und 1988 abrufbar.  In lesbares Format bringt man die einzelnen .png-Bilder mit dem Schieberegler im Viewer rechts oben, herunterladen lassen sie sich in Briefmarkengröße. Ein Download als Pdf wird angeboten, scheint aber noch nicht eingerichtet, oder die Umwandlung der .png-Formate ins Druckformat ist für (m)einen Feldwaldwiesen-Laptop zu schwer.

200 Jahre Christianeum 1738–1938. Mit der Herausgabe beauftragt: Studienrat Heinz Schröder. Hanseatische Verlagsanstalt, Hamburg 1938   (Inhaltsverzeichnis)   

Die Festschrift von 1938 enthält  eine Darstellung zur Geschichte der alten Bibliothek (S. 121ff.)  sowie im Anhang die Aufstellung der bis dahin erschienenen „Schriften zur Geschichte des Christianeums“, beginnend 1744 (S.309f.). Ein bibliographisch wichtiges „Verzeichnis der wissenschaftlichen Abhandlungen, die in Verbindung mit Einladungsschriften, Jahresberichten und Festschriften des Christianeums seit 1828 erschienen sind“ (S. 307f.)  führt die bislang einmalige Edition 1898  einer Pergamenthandschrift  an, eines Niederdeutschen Gebetbuchs, abgefasst um 1500,  aus dem Bestand der Bibliothek des Christianeums. Statistiken, Verzeichnisse und Fotos stellen mit den Artikeln zur Schule eine exzellente Quelle zur Geschichte dieses Gymnasiums dar. — Neben dem Foto einer „Büste des Führers in der Aula des Christianeums“ , das ganzseitig im „Zum-Geleit“-Wort des Senators Karl Witt  abgebildet wurde,  gibt es in dem Band nur ganz wenige Verweise auf die „Bewegung Adolf Hitlers“ (S.35). Das Foto mit der Büste, die seit dem Zweiten Weltkrieg verschollen ist,  wurde im Digitalisat abgedeckt, die nebenstehende Seite mit großen Worten zur „nationalsozialistischen  Schulreform dieses Jahres“ fehlt .

• 250 Jahre Christianeum 1738–1988. Herausgegeben von Ulf Andersen im Namen des Vereins der Freunde des Christianeums. 4 Bände. ©Verein der Freunde des Christianums e. V., Clausen & Bosse, Leck 1988

Die Festschrift zum Jubiläumsjahr 1988, „250 Jahre Christianeum 1738-1988“,  erschien in insgesamt vier Bänden im Taschenbuchformat in einem Schuber. Drei Bände wurden digitalisiert:

Band 1: Festschrift. Herausgegeben von Ulf Andersen im Namen des Vereins der Freunde des Christianeums. Clausen & Bosse, Leck 1988 (Inhaltsverzeichnis)

Band 2: Kostbarkeiten der Bibliothek. Herausgegeben von Ulf Andersen im Namen des Vereins der Freunde des Christianeums. Clausen & Bosse, Leck 1988 (Inhaltsverzeichnis Seiten 5, 6)

Sonderband: Festwoche. Berichte – Fotos – Reden. Mitteilungsblatt des Vereins der Freunde des Christianeums in Verbindung mit der Vereinigung ehemaliger Christianeer.  Clausen & Bosse, Leck 1988 (Inhaltsverzeichnis)

Zum Jubiläum war im Schuber noch folgender Band (nicht digitalisiert) erschienen:

– Katalog: Des Königs Schule spricht Latein. Herausgegeben vom Altonaer Museum. Katalog zur Ausstellung. ©Altonaer Museum, Hamburg. Clausen & Bosse, Leck 1988

Eine ebenfalls im Schuber in einem passenden Passepartout mitgelieferte Kassette Musik am Christianeum ließ sich, wenn man wollte, nachträglich durch den Sonderband ersetzen.

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Aus dem Bestand des Christianeums werden neben Druckwerken aus der historischen Bibliothek weitere Schularchivalien, wie z. B. alte Zeugnisbücher u.a., digitalisiert.  Auf der Homepage wird über das Projekt berichtet.

„Die Welt des Boudewijn Büch“

Michael Knoche: Die Welt des Boudewijn Büch, in: Aus der Forschungs­bibliothek Krekelborn, 9. August 2021, URL:https://biblio.hypotheses.org/2552. Aufgerufen 10. August 2021

Carl Spitzweg: Der Bücherwurm, um 1850

Michael Knoche, von 1991  bis 2016  Leiter der Herzogin Anna Amalia Bibliothek in Weimar, erzählt in diesem Artikel von einer Begegnung mit einem ihm bis dahin unbekannten Niederländer namens Boudewijn Büch nach Dienstschluss in der berühmten Bibliothek, er erzählt aus seiner Sicht als verantwortungsbewusster Leiter.  Knoche schildert, wie ihn die Situation irritierte, er zunächst nach Worten und dann die Contenance zu wahren  suchte.    Der Niederländer habe,  so Knoche Jahrzehnte später, eine „weiche Stelle” bei ihm getroffen. An das Datum der Begegnung  erinnert er sich genau:  der 14. Mai 1997. 

Der Artikel präsentiert  dazu ein Video, ebenfalls aus dem Jahr 1997,  das der Besucher, unterwegs mit einem Kameramann, aufzeichnen ließ, und man ahnt, was Knoches „weiche Stelle“ gewesen sein könnte.

Der Artikel erscheint als Nummer 2 in einer  mit dem schönen Titel versehenen Serie Auf schwankender Bibliotheksleiter, auch der erste Artikel der Reihe, ebenfalls über einen denkwürdigen Besuch, ist überaus lesenswert, so wie übrigens Knoches Blog Aus der Forschungsbibliothek Krekelborn insgesamt immer wieder erhellend ist (wer kennt schon Bühne Krekelborn?:-).

Katalog Der Gymnasial-Bibliothek Wolfenbüttel

Katalog der Gymnasial-Bibliothek sowie der Klassenbibliotheken von Prima und Secunda des Herzogl. Gymnasiums zu Wolfenbüttel. Zusammengestellt von Hermann Lentz. Wolfenbüttel 1885.

(Digitalisat der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel)

Der Katalog stammt aus dem Besitz des Otto von Heinemann (1824–1904), Historiker und Bibliothekar sowie von 1868 bis 1904 Direktor der Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel.

(Dank an kg für den Hinweis)

Auf Spurensuche in Inkunabeln

Bibliothek der Universität Groningen:

Material evidence in the incunabula of the University of Groningen Library

In einer virtuellen Ausstellung,  die jetzt auf Niederländisch und Englisch auf der Universitätswebsite verfügbar ist, stellt Anna de Bruyn Material zusammen,  das einen Einblick in die Geschichte der Inkunabeln und der Groninger Sammlung gibt: 

[…]Nowadays, we may still catch a glimpse of this fleeting history of use through the traces that individuals left in their books, such as ownership inscriptions, decorations and notes written in the margins. This ‘material evidence’ reveals what happened to these books after they were printed. Who owned them? How where they used? And how did the extant copies end up in the library where we can read and study them today?[…]

Siehe dazu auch: Seite zu den Inkunabelbeständen in Gymnasialbibliotheken

(Beitragsbild: Bernard von Clairvaux, Sermones de tempore et de sanctis. Zwolle: Peter van Os, 1495. Bibliothek der Universität Groningen)

Reiselust

Unter dem Titel Reiselust – Ein Blick in die historische Reiseliteratur lädt  Friederike Willasch im Blog der Staatsbibliothek zu Berlin zu einem  kurzen Streifzug durch den historischen Bestand an Reiseliteratur in der SBB ein.  Die kleine virtuelle Tour führt ins 18. und 19. Jahrhundert.

(Beitragsbild: Aus dem Reisebericht (Itinerario) des Italieners Lodovico de Varthema, 1548 von H. Gülfferich in deutscher Übersetzung gedruckt. Staatsbibliothekn zu Berlin)