Hírolvasó

Kereshető e-anyakönyvi adatbázis a levéltár honlapján (2021.04.21.)

Veszprémi Érseki Levéltár -

A Veszprémi Főegyházmegyei Levéltár internetes dokumentummegtekintő, ún. "E-kutatás" szolgáltatása fontos mérföldkőhöz érkezett. A regisztráció után elérhető weboldalon eddig is kényelmesen otthonról, szabadidőben voltak böngészhetők többek között az anyakönyvekről készített digitális fényképek. A most elkészült fejlesztés eredményeképpen az anyakönyvi oldalakról készített fényképekhez tizenöt plébánia esetében már kereshető adattartalom társul az 1895. szeptember 30-cal záródó időszakig. A megújuló e-kutatás szolgáltatás hátterét Baló Árpád győri nyugdíjas villamosmérnök több évtizedes adatfeldolgozó munkája jelenti, aki átírta és táblázatokban rögzítette csaknem egész Veszprém megye katolikus anyakönyveinek adatsorait. Ezek az adatokat most az informatikai lehetőségeknek köszönhetően összekapcsoltuk a fényképekkel, így a feldolgozott és közzétett anyakönyvek esetében már név szerinti keresésre nyílik lehetőség. A munka eredményeképp az alábbi plébániák anyakönyvi bejegyzései lettek kereshetők: Devecser, Ganna, Gyulafirátót, Hajmáskér, Magyarpolány, Márkó, Nemesvámos, Noszlop, Pápa, Szentgál, Szentkirályszabadja, Tapolca, Veszprém, Vigántpetend, Vöröstó (összesen 15 db). Baló Árpád anyakönyvi adatokat feldolgozó munkájára épült a fejlesztés, amelyet Márkusné Vörös Hajnalka főlevéltáros (jelenleg a Veszprém Megyei Honismereti Egyesület elnöke) több éven át támogatott, az informatikai feladatokat Koprivanacz László látta el. A projekt a Miniszterelnökség támogatásával, a Bethlen Gábor Alap Zrt. közreműködésével valósult meg a Veszprémi Főegyházmegyei Levéltár weboldalán. A projekt záró online sajtótájékoztatón az érdeklődőket Dr. Takáts István általános helynök, levéltári főigazgató köszöntötte, a megújuló szolgáltatást Vajk Ádám és Dr. Koltai András, a Magyarországi Egyházi Levéltárosok Egyesületének titkára és elnöke mutatták be. A sajtótájékoztató a Veszprémi Érsekség YouTube csatornáján megtekinthető. Kérjük, hogy az adatbázis működésével kapcsolatos észrevételeiket, segítő javaslataikat levéltárunk ismert elérhetőségein tegyék meg bátran.

„Hier stehe ich, ich kann nicht anders“? Luther, die Schule und die Bibliothek im Ratsgymnasium Bielefeld

Gymnasialbibliotheken und -archive -

„Hier stehe ich, ich kann nicht anders“ – Obwohl Martin Luther diese berühmten Worte mutmaßlich nie gesagt hat, gingen sie gemeinsam mit seiner Rede auf dem Reichstag zu Worms am 18. April 1521, heute vor 500 Jahren, ins kulturelle Gedächtnis der Nation und der Protestanten ein. Die Ursachen liegen sicher darin, dass der Satz die Position, Haltung und Wirkmächtigkeit dieser „Jahrhundertgestalt“1 treffend zusammenzufassen scheint sowie der „Showdown“ mit Kaiser Karl V. in Worms den „Glaubenskampf zu einem welthistorischen Medienereignis“ machte2 und maßgeblich dazu beitrug, dass die Reformation „in einem Atemzug mit der Französischen Revolution zu den großen Umbrüchen des westlichen Kulturkreises gerechnet werden muss“3.

Deshalb wird das 500. Jubiläum von Luthers Rede in Worms und sein kürzlicher 475. Todestag zum Anlass genommen, die Bedeutung des Reformators für Gründung, Geschichte und Selbstverständnis des heutigen Ratsgymnasiums Bielefeld und seiner historischen Bibliothek zu untersuchen.

Ohne hier auf engem Raum auch nur versuchen zu wollen, chronologisch eine Geschichte darzulegen, die andernorts unzählige Male ausgiebig und fundierter aufbereitet wurde, soll ein unkonventioneller Weg eingeschlagen werden, der hoffentlich interessante Perspektiven auf den Zusammenhang zwischen Luther auf der einen Seite, der Bielefelder Schule und Bibliothek auf der anderen Seite eröffnet und die ein oder andere überraschende Wendung offenbart: Unter der Annahme, dass den Leserinnen und Lesern dieses Artikels die zentralen Abschnitte der Reformation hinlänglich bekannt sind, werden in einem Erzählstrang ausgewählte Etappen der Reformation von Luthers Tod 1546 bis zum Reichstag zu Worms 1521 rückwärts rekonstruiert, während parallel dazu einzelne Werke von und über Luther aus dem Ratsgymnasium Bielefeld und seiner Bibliothek herausgegriffen werden, um die Geschichte der Bibliothek und der Schule vorwärts von ihrer jeweiligen Gründung bis ins Jahr 2021 zu entfalten.

Der Artikel beginnt also mit Luthers Schriften und deren Hinterlassenschaft in den Beständen der Schulbibliothek (Kap. I) und geht anhand einiger exemplarischer Werke vom Augsburger Religionsfrieden und der Schulgründung der 1550er-Jahre (Kap. II) über die Confessio Augustana von 1530 (Kap. III) zurück, um – so die Hoffnung – am heutigen 18. April zugleich im Jahr 1521 in Worms (Kap. 4) wie auch 2021 in Bielefeld anzukommen (Kap. V).

I Luther, seine Schriften und die Bibliothek

Als Luther am 18. Februar 1546 verstarb, hinterließ er ein Werk, das seinesgleichen sucht. Ein Drittel der gesamten deutschsprachigen Buchproduktion der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts entfiel allein auf seine Schriften.4 Von hier aus geht der Blick einerseits zurück auf Luthers Wirken bis ins Jahr 1521, andererseits voraus auf sein Nachwirken in der Bielefelder Schule und Bibliothek bis ins Jahr 2021.

Zu Luthers Lebzeiten hatte das Bielefelder Franziskanerkloster bereits begonnen, eine Bibliothek aufzubauen. Zu den dort ehemals befindlichen Werken von besonderer Relevanz zählen sicher die sieben lateinischen Handschriften religiösen Inhalts sowie drei Vulgata,5 während sich Luthers Werke oder seine Bibelübersetzung nicht im Bestand dieser Klosterbibliothek nachweisen lassen. Dies änderte sich erst, als mit der Auflösung des Klosters 1829 einige Bestände in die bereits 1753 gegründete Schulbibliothek6 gelangten, die seither unter spezifisch protestantisch-preußischem Einfluss selbstverständlich auch zahlreiche Werkausgaben des Reformators angeschafft hat.

Hervorzuheben sind unter den heute insgesamt ca. 25.000 Bänden der Bibliothek sicher zunächst elf Lutherbibeln, deren älteste auf das Jahr 1606 datiert. Sie stehen bekanntlich in der Tradition des 1521/22 auf der Wartburg übersetzten Neuen Testaments, dem 1534 die Vollendung des gesamten Werkes folgte, längst nicht die erste Bibelübersetzung ins Deutsche, aber in ihrer Verbindung aus Reformation, angestoßener Lesebewegung und sprachlicher Gestaltung die kulturprägende.7

Abb. 1 Kommentierte Lutherbibel von 1729 (hinten), nebst Vulgata von 1491 und Bilderbibel von 1571 (Ratsgymnasium Bielefeld, Bibliothek, Foto 2021)

Eines dieser Exemplare stellt eine kommentierte Lutherbibel von 1729 dar.8 (s. Abb. 1) Für Sextaner stellt sie allein aufgrund ihrer Größe von 44,5×27,7×16,2 cm und ihren 2016 Seiten ein Highlight bei jeder Führung dar, auch wenn sie Kennern sicher von untergeordnetem Wert erscheinen dürfte. Weitaus bedeutender erscheinen demgegenüber die zwölfbändige Wittenberger (1553-1558) und die achtbändige Jenaer Werkausgabe Luthers (1575-1588). (s. Abb. 2)

Abb. 2 Teile der Jenaer Werkausgabe Luthers im Regal der historischen Bibliothek (Ratsgymnasium Bielefeld, Bibliothek, Foto 2021)

Die epochale Bedeutung des Reformators erklärt sich jedoch nicht allein aus der Bibelübersetzung sowie der unvergleichlichen Anzahl und dem Gehalt seiner Schriften, die durch den Gutenbergschen Buchdruck verbreitet und popularisiert werden konnten. Sie verdankt sich ebenso der Macht der Bilder, die in eine wahre „Reformationspropaganda“9 mündete. Besondere Bedeutung kommt hier dem Holzschnitt zu. So zeigt beispielsweise eine etwas eigenwillige, für die Reformation und Werke Luthers jedoch alles andere als ungewöhnliche Kreuzigungsgruppe im zehnten Band der Wittenberger Gesamtausgabe Luther neben seinem ihn vielfältig unterstützenden und schützenden Landesherrn Friedrich dem Weisen. Indem der Reformator zu Füßen von Jesus Christus genau an der Stelle kniet, die üblicherweise der Apostel Johannes einnimmt, verdeutlicht dies dies sowohl die solus Christus-Formel als auch seine durch Zeitgenossen zugeschriebene überragende Stellung.10 (s. Abb. 3)

Abb. 3 Holzschnitt auf der Titelseite einer Werkeausgabe Luthers von 1558, 10,7×14,5cm; ebenfalls leicht verblasst zu erkennen ist der Stempel „GYMNASIAL-BIBLIOTHEK ZU BIELEFELD (Ratsgymnasium Bielefeld, Bibliothek, B 193k)

Der betreffende Band dieser Werkausgabe erschien 1558, im offiziellen Gründungsjahr des heutigen Ratsgymnasiums Bielefeld und drei Jahre nach dem Augsburger Religionsfrieden.

II Augsburg, der Frieden und die Schulgründung

1555 hatten die Reichsstände mit dem römisch-deutschen König Ferdinand als Stellvertreter Kaiser Karls V. in Augsburg den Religionsfrieden ausgehandelt. Dieser Kompromiss klammerte zwar die theologische Wahrheitsfrage aus, weshalb er auch die Konfessionsproblematik im Reich nicht dauerhaft beilegen konnte, verrechtlichte jedoch als „verfassungsgeschichtlicher Meilenstein“11 das Nebeneinander von Katholiken und Protestanten im Reich. Das Rechtsprinzip, das später in die Redewendung cuius regio, eius religio gegossen wurde, fand allerdings seine Grenzen in den geistlichen Territorien und den Reichsstädten.12 Im Kontext einer „Stadtreformation“13 belegt auch das Beispiel Bielefelds, obgleich selbst keine Reichsstadt, sondern seinerzeit Teil der Vereinigten Herzogtümer Jülich-Kleve-Berg, die hohe Bedeutung der Städte für die Ausbreitung der Reformation.

Abb. 4 Altbau des Ratsgymnasiums Bielefeld (Grestscher Hof) mit den Türmen der Neustädter Marienkirche im Hintergrund (Foto 2021)

Bielefeld blieb zunächst bis mindestens 1535 katholisch, ihre Bürger gewannen jedoch durch die konfessionell unentschiedene Politik ihrer fernen Landesherren zunehmend auch religiöse Freiräume. In den 1540er-Jahren wussten diese etwa zwei protestantisch beeinflusste Pfarrer der Altstädter Nicolaikirche und die Bielefelder Ratsherrenfamilie von Greste zu nutzen.14 In deren ehemaligem, im Stil der Weserrenaissance errichteten Herrenhaus befindet sich heute der Altbau des Ratsgymnasiums Bielefeld mit seiner historischen Bibliothek. (s. Abb. 4)

Eine wirkliche Durchsetzung erfährt die Reformation aber erst durch Hermann Hamelmann, dem Pfarrer der Stiftskirche St. Marien.15 An dieser 1293 durch den damaligen Landesherrn Otto III. von Ravensberg gegründeten Kirche der Bielefelder Neustadt liegen auch die Ursprünge des heutigen Ratsgymnasiums Bielefeld als einer seinerzeit einem Scholastiker unterstellten katholischen Lateinschule, auf der die Söhne der Bürgerschaft Bielefelds und seiner Umgebung den Zugang zum Universitätsstudium erhalten konnten.16

Erst 1558 wandelt der Rat der Stadt diese „schola“ in eine Stadtschule zur höheren Bildung um, stellt einen neuen Rektor ein und überführte die bestehende Lateinschule in die gemeinsame Trägerschaft von Kirche und Stadt. Das Jahr 1558 bezieht sich „demnach auf die städtische Mitwirkung an der Schulträgerschaft, nicht aber auf einen rein evangelisch-lutherischen Charakter der Schule“17.

Die Behauptung, dass „deren Wurzeln in die Reformationszeit zurückreichen“18, greift daher gänzlich zu kurz, verweist aber auf die spezifische Erinnerungskultur des heutigen Ratsgymnasiums. Denn seit 1858, spätestens seit der 350-Jahrfeier 1908 berufen sich Schule und Stadt einheitlich, die Forschung mehrheitlich auf das Jahr 1558 als offizielles Gründungsdatum, das zuletzt 2008 gefeiert wurde.19 Durch diese Deutung wird bewusst die protestantische Tradition der Schule gepflegt, die wiederum nicht ohne vorherige Schriften Luthers zu verstehen ist.

Bereits in seiner 1520 verfassten Schrift Von der Freiheit eines Christenmenschen hatte der Wittenberger Theologieprofessor gegen die verbreitete Ansicht argumentiert, den Glauben aus dem Handeln der Menschen abzulesen. Der Mensch könne sich weder durch gute Werke noch durch fromme Leistungen sein Heil verdienen, weil ihm dies immer schon geschenkt sei und aus dieser Freiheit des Beschenken heraus der wahrhaft fromme Mensch handle: „Gutte frum werck machen nymmer mehr ein guten frumen man, sondern eyn gutt frum man macht gutte frum werck“20.

Um aber Menschen in diesem Sinne zu erziehen und zu bilden, bedarf es der Lehrkräfte. Da es jedoch zur damaligen Zeit noch keinen eigenen Lehrstand gab, sondern die Lehrerschaft – wie auch an der Bielefelder Lateinschule – an die (katholische) Kirche gebunden blieb, wandte sich Luther im Jahr 1524 mit einem Sendschreiben An die Bürgermeister und Rahtherrn aller Stedte Deutscheslandes, Das sie Christliche Schulen auffrichten, und halten sollen (s. Abb. 5):

„Nu liegt einer Stad gedeien nicht allein darin, das man grosse Schetze samle, feste mauern, schöne Heuser, viel Büchsen und Harnisch zeuge […], sondern das ist einer Stad bestes und aller reichest gedeien, Heil und Krafft, Das sie viel feiner, gelerter, vernünfftiger, erbar, wolgezogner Bürger hat“.21

Abb. 5 Martin Luthers Aufruf, christliche Schulen zu gründen von 1524, Jena 1585, S. 457v (Ratsgymnasium Bielefeld, Bibliothek, B 187)

Im Zuge dieser Schriften Luthers und der Dynamik der reformatorischen Bewegung wandelte man vielerorts die Kloster- und Domschulen in städtische oder landesherrliche Anstalten um. Auch in Bielefeld folgte man Luthers Appell. Dadurch wurde „ein erster irreversibler Schritt zur Verweltlichung des Schulwesens“22 vollzogen.

Nach seiner – offiziellen – Gründung 1558 führte die Schule zwar einen getrennten Religionsunterricht ein, erhielt aber stets Zuwendungen von katholischer und evangelischer Seite, denen sie gleichermaßen offenstand. In den nächsten Jahrzehnten dürften entsprechend auch Schüler beider Konfessionen die Schule besucht haben, wie sich anhand der Verteilung der Absolventen sowohl auf katholische als auch auf protestantische Universitäten annehmen lässt.23 Dies alles bleibt unverständlich, ohne ein anderes bedeutendes Ereignis der Reformationsgeschichte, das sich ein Vierteljahrhundert zuvor ebenfalls in Augsburg ereignet hat.

III Augsburg, das Bekenntnis und ein Lutherbrief

1530 hatte Kaiser Karl V. einen neuen Reichstag ausgeschrieben, der neben der Bedrohung durch die Türken auch die Religionsstreitigkeiten thematisieren sollte. Der seit 1521 unter Reichsacht stehende und daher in seiner Bewegungsfreiheit stark eingeschränkte Luther konnte nicht persönlich nach Augsburg reisen und war daher an der letzten Ausformulierung des Augsburger Bekenntnisses nicht mehr direkt beteiligt. Als die Verlesung der Confessio Augustana am 25. Juni 1530 den Zerfall des Reiches in mehrere Konfessionen besiegeln sollte, befand sich Luther auf der Veste Coburg.24 Dort verfasste er am 4. Oktober1530 einen Brief an den Komponisten Ludwig Senfl, in dem er u.a. die trostspendende Funktion der Musik beschreibt und den Katholiken Senfl bittet, ihm eine Komposition zukommen zu lassen. (s. Abb. 6)

Abb. 6 Erstdruck der Übersetzung eines Lutherbriefs von 1530, 1554 (Auszug) (Ratsgymnasium Bielefeld, Bibliothek).

Bekanntlich darf die Bedeutung des Gesanges und der Musik für die reformatorische Bewegung nicht unterschätzt werden, wie insbesondere am Choral, an Luthers eigenen Umdichtungen biblischer Psalmen zu Gemeindeliedern und an der ,Erfindung‘ des Gesangbuches festzumachen ist.25

Ein Exemplar des ältesten Druckes der deutschen Übersetzung des original in lateinischer Sprache verfassten Briefes befindet sich auch in der Bibliothek des Ratsgymnasiums.26 Er wurde durch Zufall auf einem der Druckbögen der als Makulatur zur Stärkung der Buchrücken überlieferten Fragmente der „Psalmen Davids“ gefunden, die der Zwickauer Komponist David Köler im Jahr 1554 komponiert hatte und die kürzlich auszugweise in der Aula des Ratsgymnasiums durch den Schulchor wieder aufgeführt wurden.27

IV Worms, das Gewissen und die Schulaula

Abb. 7 Die Inschrift „DEO ET LITERIS“ am Hauptportal des Anbaus des Ratsgymnasiums von 1870 (Foto 2021)

1870 zog das Gymnasium der wachsenden Großstadt in einen Anbau des Grestschen Hofes (Abb. 4), wo auch die Bibliothek ihren neuen Standort gefunden hat. In diesem im Neorenaissance-Stil durch den Kölner Stadtbaumeister Julius Raschdorff, den späteren Architekten des Berliner Doms, errichteten Anbau sticht ein Risalit mit der Inschrift „DEO ET LITERIS“ (s. Abb. 7) über dem ehemaligen Haupteingang der Schule hervor. Er verdeutlicht zunächst die hohe Bedeutung von Religion und Wissenschaft für das schulinterne Selbstverständnis von Bildung und Erziehung, wie in Texten verschiedener Lehrkräfte in der den Titel DEO ET LITERIS tragenden Festschrift aus dem Jahr 2008 betont wird: „,Für Gott und die Wissenschaften‘ lehrt und lernt man in dieser Schule“28. Besucherinnen und Besucher würden „gleichsam programmatisch“ mit Worten empfangen, die unterstreichen, „dass das Vertrauen auf Gott und das Bekenntnis zu den Wissenschaften durchaus keine Gegensätze sein müssen“29.

In Stein gemeißelt verweist der Risalit aber nicht allein auf das Bildungsprogramm, sondern auch auf den architektonischen Mittelpunkt der Schule, über dem sich im dritten Obergeschoss die Aula befindet.

Wer diese Aula beispielsweise zu Schulkonzerten betritt, stößt sogleich auf den sieben Gemälde umfassenden Zyklus des deutschen Historien- und Portraitmalers Ernst Hildebrand, den die Schule 1890 vom preußischen Staat erhalten hatte.30 Alle Bilder dieses für Norddeutschland einmaligen und akademisch wertvollen Gemäldezyklus‘ stehen inzwischen unter Denkmalschutz und dürfen nicht aus der Aula entfernt werden. Dass diese Gefahr durchaus ernst zu nehmen war, belegt der Umgang mit dem Gemälde, das Martin Luther als Kurrendesänger zeigt. Zwischenzeitlich hatte es „aus Platzmangel […] mal im Musikraum, mal im Lehrerzimmer Asyl“ gefunden,31 war aufgrund unsachgemäßer Rahmung verkleinert worden und wurde deshalb bei der Renovierung der Aula in den 1980er-Jahren direkt über die neue Orgel gehängt. Passenderweise befindet es sich nun also genau dort über der Bühne, wo beispielsweise Orchester oder Big Band auch heute noch ihre Schulkonzerte aufführen oder eben der Chor Auszüge aus den „Psalmen Davids“ gesungen hat.

Von den anderen sechs Bildern greifen die drei Gemälde an der Nordostseite Ereignisse der Bielefelder Stadtgeschichte heraus. Ein erstes Bild widmet sich dem Beginn der Reformation mit der Austeilung des Abendmals in beiderlei Gestalt, ein zweites zeigt die Taufe eines der Söhne des Großen Kurfürsten auf der örtlichen Burg Sparrenberg, wo noch heute im Innenhof ein Denkmal des damaligen Landesherrn steht, ein drittes die Huldigung einer Delegation der Bielefelder Leineweber vor diesem dar.

Die drei Gemälde auf der Südwestseite heben die Bedeutung von Protagonisten der Reformation hervor. Ein Gemälde zeigt Philipp Melanchthon mit seinen Schülern, ein weiteres Luther im Kreis seiner Familie und ein Drittes Luther vor dem Reichstag zu Worms 1521. Im Mönchsgewand und mit der Bibel in der Hand steht er selbstbewusst, fast triumphierend aufrecht vor Kaiser Karl V., dessen Bruder Ferdinand, Johann von Eck und den Kurfürsten, durchaus passend zu seinen berühmten überlieferten Worten, „Hier stehe ich, ich kann nicht anders“. (s. Abb. 8)32

Abb. 8 Ernst Hildebrand: Martin Luther vor Karl V. und Dr. Eck beim Reichstag zu Worms. Aula des Ratsgymnasiums zu Bielefeld (1887-1891). Ort: Wikimedia Commons, CC.BY-SA-4.0 Online unter: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Reichstag_zu_Worms_1521.jpg

Die Vorgeschichte ist bekannt: Nach dem Epoche machenden 31. Oktober 1517, als „die 95 Thesen in die Welt traten“33, machten bereits Luthers große Reformschriften des Jahres 1520 seinen Bruch mit der katholischen Kirche deutlich.

„Wie zwei Züge, die mit hoher Geschwindigkeit aufeinander zurasen, kamen im Jahr 1520 zwei gegenläufige Entwicklungen zu ihren ersten Höhepunkten – und dem damit unausweichlichen Konflikt. Während der Prozess in Rom wieder Fahrt gewann, entwickelte auch Luther ein Publikationsprogramm, das seinesgleichen sucht und ihn endgültig zum ersten Medienstar des 16. Jahrhunderts machte.“34

Die am 15. Juni in Kraft gesetzte und am 24. Juli 1520 veröffentlichte Bannandrohungsbulle Papst Leos X. mit der 60-tägigen Frist zum Widerruf verbrannte Luther symbolisch und öffentlich am 10. Dezember 1520 mitsamt des kanonischen Rechts und einiger scholastischer Buß- und Lehrbücher. „In der Geschichte des abendländischen Christentums markiert dieser 10. Dezember 1520 die ,kopernikanische Wende‘.“35

Nachdem folglich der Papst Luther am 3. Januar 1521 als Ketzer verurteilt und exkommuniziert hatte, sollte nach gängigem Reichsrecht die Reichsacht folgen. Während Karl V. diese allein aus Bündniserwägungen mit dem Papst heraus verhängen wollte, hatten einige Reichsstände unter Führung von Luthers Landesherrn Kurfürst Friedrich dem Weisen Luthers Reformforderungen begrüßt und brachten die causa Lutheri auf die Tagesordnung des Reichstages, wo die Mehrheit der anwesenden Reichsstände eine persönliche Anhörung Luthers durchsetzen konnte.36

Darin stellte der das Verhör leitende Trierer Offizial Johann von Eck Luther am 17. April 1521 zuerst die quaestio facti, ob Luther die unter seinem Namen erschienenen Bücher als die Seinen anerkenne und ergänzte die Frage, ob er bereit sei, seine Schriften zu widerrufen.37

Nachdem Karl V. dem ausweichenden Luther einen Tag Bedenkzeit gewährt hatte, gab dieser am 18. April – wohlgemerkt erneut nicht vor dem Reichstag, sondern im Bischofshof, dem Aufenthaltsort des Kaisers – zwar zu, im Ton zuweilen etwas zu scharf gewesen zu sein; er widerrief die Schriften jedoch nicht von der Sache her und behielt seine Kerngedanken bei. Auf Luthers Versuche der Differenzierung ließ sich von Eck allerdings nicht ein und forderte Luther direkt auf, eindeutig zu antworten, ob er widerrufe oder nicht. Darauf reagierte Luther „mit jenen Sätzen, die Weltgeschichte geschrieben haben und die Generationen von Protestanten in die Identität schaffende Gewißheit versetzten, daß ihr Reformator die neuzeitliche Gewissensfreiheit begründete“38.

Die legitime Macht des Staates habe demnach zunächst ihre Grenzen an der individuellen Gewissensbindung39. In dieser „europäischen Sternstunde des erwachten individuellen Gewissens“40 bekräftigte Luther, allein durch sein Gewissen, nicht durch den Papst oder Konzilsbeschlüsse gebunden zu sein und nicht widerrufen zu können, solange er nicht durch die Bibel oder klare Vernunftgründe widerlegt werde. Schließlich war er davon überzeugt, „dass Gottes Wahrheit und Wille nur aus seinem biblischen Wort (sola scriptura) erkennbar seien“41. Dass er seine auf Latein gehaltene Stellungnahme mit den Worten schloss, „Ich kann nicht anderst, hie stehe ich, Got helff mir, Amen“42, ist zwar, wie eingangs erwähnt, Legende, passt aber perfekt zum welthistorischen Augenblick, der in Hildebrands noch heute prominent in der Schulaula hängendem Historiengemälde trefflich eingefangen wird.

V Luther, 1521 und 2021 – „Hier stehe ich, ich kann nicht anders“?

Was bedeutet nun zusammengefasst Luthers Auftritt in Worms heute vor 500 Jahren für die Schule und Bibliothek im Jahr 2021?

Bezüglich der Bibliothek verpflichten die große Zahl und hohe Bedeutung religiöser Werke in ihrer Obhut dazu, dass diese Bestände nicht nur einen bedeutenden Teil der Restaurierungen43 und wissenschaftlichen Erforschung ausmachen, sondern auch in der Vermittlung omnipräsent sind. Dies reicht von Lerngruppen in Jahrgangsstufe 5, die im Religionsunterricht verschiedene Bibelausgaben kennenlernen,44 bis hin zu öffentlichen Führungen, in denen etwa die Schulgründung und -geschichte sowie die Auflösung des Franziskanerklosters thematisiert und anhand von Bibeln, Inkunabeln und weiterer religiöser Literatur veranschaulicht werden.

Schulprogramm und Schulprofil des Ratsgymnasiums Bielefeld aus dem Jahr 200745 halten unter den „pädagogische[n] Leitgedanken […] die Auseinandersetzung mit der eigenen Religion wie auch mit anderen Religionen und Weltanschauungen für eine zentrale Aufgabe“46. Auch wird in einem Beitrag aus der DEO ET LITERIS-Festschrift zum offiziellen 450-jährigen Jubiläum der Schule 2008 „Religion als Teil der Schulkultur“47 begriffen. Man sei „froh darüber, nicht nur Elternhäuser, sondern gerade auch Schülerinnen und Schüler vorzufinden, für die Religionsunterricht zum selbstverständlichen Bildungskanon gehört, so dass schon seit langem die Zahl der Abmeldungen vom Religionsunterricht gegen Null tendiert“48. Als „fester Bestandteil unseres Schulprogramms“49 fahren alle Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 10 auf die religiösen Studientage nach Weimar und Buchenwald.

Ökumenische Gottesdienste sollen, so das Schulprogramm weiter, „über den Unterricht hinausgehend Impulse für eine christlich geprägte Lebensgestaltung geben“50. Tatsächlich wird der Schultag in Jahrgangsstufe 5 ebenso wie der Tag der Entlassfeier der Abiturientinnen und Abiturienten mit einem ökumenischen Gottesdienst eröffnet, und der letzte Schultag vor Weihnachten mit einer Weihnachtsmusik abgeschlossen, bei der „die Religionsfachschaften den Part [innehaben], die ,meditative Mitte‘ dieses Weihnachtskonzerts zu gestalten“51.

In dieser schulinternen Erinnerung an Luther und die Reformation finden indessen ihre negativen Folgen, wie die Spaltung des Christentums, die „zu schrecklichen Auseinandersetzungen, zu Kriegen, zu Terror und zu unversöhnlichen Feindschaften geführt“ hat52 oder die „Überdoktrinalisierung des Christentums“ und Verfolgung auch geringster Abweichler53 keinen oder nur wenig Platz. Karl Ernst Nipkow zufolge stünden daher die Schulen u.a. vor der „Aufgabe des Umgangs mit Pluralität und Differenz, besonders mit Anderen und Fremden […], weil ohne die Überwindung ethnischer, nationaler und religiöser Abschottungen ständig neue Konflikte erzeugt werden“54.

Hier also, am 18. April 2021 und 500 Jahre nach Luthers Rede in Worms, stehen das Ratsgymnasium Bielefeld und seine Bibliothek.

Beitragsbild
Ernst Hildebrand: Martin Luther vor Karl V. und Dr. Eck beim Reichstag zu Worms. Aula des Ratsgymnasiums zu Bielefeld (1887-1891). Ort: Wikimedia Commons, CC.BY-SA-4.0 Online unter: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Reichstag_zu_Worms_1521.jpg

Anmerkungen

Diesen Artikel zitieren: Benjamin Magofsky, "„Hier stehe ich, ich kann nicht anders“? Luther, die Schule und die Bibliothek im Ratsgymnasium Bielefeld," in bibliotheca.gym, 18/04/2021, https://histgymbib.hypotheses.org/11004.
  1. Kaufmann, T. (2017): Martin Luther. 5. Aufl., München, S. 7; vgl. zu den Worten Luthers Lauster, J. (2014): Die Verzauberung der Welt. Eine Kulturgeschichte des Christentums. München, S. 319 f., Leppin, V. (2017): Die Reformation. 2. Aufl., Darmstadt, S. 71, und MacCulloch, D. (2010): Die Reformation 1490-1700. München, S. 187.
  2. Berndt, C. (2021): Vor 500 Jahren begann der Reichstag zu Worms. Ein welthistorisches Medienereignis. In: Deutschlandfunk, 27.1.2021. Online unter: https://www.deutschlandfunk.de/vor-500-jahren-begann-der-reichstag-zu-worms-ein.871.de.html?dram:article_id=491469, abgerufen am 27.3.2021.
  3. Lauster 2014: 297; vgl. Achhammer, M. (2016): Luther auf dem Reichstag in Worms. Online unter: https://www.luther2017.de/neuigkeiten/luther-auf-dem-reichstag-in-worms/index.html, abgerufen am 12.4.2021.
  4. Vgl. Füssel, S. (2019): Johannes Gutenberg. 6. Aufl., Reinbek bei Hamburg, S. 120.
  5. Vgl. zu religiösen Werken in der Bibliothek Magofsky, B. (2020a): Der heilige Hieronymus im Gemäuer. Religiöse Handschriften, Inkunabeln und Bücher aus dem Bielefelder Franziskanerkloster in der Schulbibliothek des Ratsgymnasiums. In: Zeitarbeit. Aus- und Weiterbildungszeitschrift für die Geschichtswissenschaften 2/2020. S. 44-64. Online unter: https://majournals.bib.uni-mannheim.de/zeitarbeit/article/view/147/104.
  6. Vgl. zur Gründung der Bibliothek durch den damaligen Rektor Gotthilf August Hoffmann Magofsky, B. (2020b): Das Zeitalter der Aufklärung – auch am Bielefelder Gymnasium? Gotthilf August Hoffmann und die Gründung der Bibliothek im heutigen Ratsgymnasium Bielefeld. In: bibliotheca.gym, 31.12.2020. Online unter: https://histgymbib.hypotheses.org/10729.
  7. Vgl. Leppin 2017: 45.
  8. Biblia. Das ist die ganze Heilige Schrift Alten und Neuen Testaments, nach der Übersetzung und mit den Vorreden und Randglossen D. Martin Luthers, mit neuen Vorreden, Summarien, weitläuffigen Parallelen, Anmerckungen und geistlichen Anwendungen, auch Gebeten auf jedes Kapitel: wobey zugleich nöthige Register und eine Harmonie des Neuen Testaments beygefüget sind. Tübingen, Johann Georg und Johann Gottfried Cotta, 1729 (Ratsgymnasium Bielefeld, Bibliothek, A 17a). In Abb. 1 liegen links vorne Biblia latina. Basel, Johannes Froben, 27.6.1491 8° (Ratsgymnasium Bielefeld, Bibliothek, B 1) (ISTC ib00592000) (GW 04269) und rechts vorne: Bibliorum utriusque Testamenti icones: summo artificio expressae, historias sacras ad vivum exhibentes, & oculis summa cum gratia repraesentantes adeoque doctis & venustis carminibus exornatae, ut pius lector vere sacrorum his emblematum thesaurum possit agnoscere. In omnium, qui pietatis et literarum amantes sunt, gratiam, per candidum studiosorum fautorum in lucem nunc primum aeditae. Frankfurt am Main, 1571 (Ratsgymnasium Bielefeld, Bibliothek, B 416).
  9. Füssel 2019: 124; vgl. zur Macht der Bilder im Kontext von Renaissance und Christentum Lauster 2014, S. 260-272.
  10. Der Zehende Teil der Bücher des Ehrwirdigen Herrn D. Martini Lutheri, nemlich, die herrliche, Auslegung uber das Erste Buch Mosi, welches ein Quell und Ursprung aller Prophetischen und Apostolischen Schriften ist, von anfang bis auff das XXV. Capitel, welche Auslegung, voller heilsamer Christlicher Lere, der tewre Man Gotttes kurtz vor seinem ende vollbracht. Wittenberg, Thomas Klug, 1558 (Ratsgymnasium Bielefeld, Bibliothek, B 193a-m, hier 193k), Titelseite. Zwei Jahrzehnte später zeigt der Holzschnitt auf der Titelseite des ersten Bandes einer 1575-1588 in Jena gedruckten achtbändigen Ausgabe der Werke neben seinem neuen Landesherrn (vermutlich Herzog Johann Friedrich I. von Sachsen) (Der Erste Teil aller deutschen Bücher und Schrifften des thewren / seligen Mans Gottes D. Mart. Lutheri, vom VIII. jar an, bis auff das Jahr XXII. Zum Vierdten mal gedruckt, aller Ding dem Ersten und Andern Druck gleich, on was nach ordnung der zeit etwas geendert ist. Jena, Thomas Rebarts Erben, 1575, Ratsgymnasium Bielefeld, Bibliothek, B 186-193, hier B 186).
  11. Stollberg-Rilinger, B. (2006): Das Heilige Römische Reich deutscher Nation. Vom Ende des Mittelalters bis 1806. München, S. 62 f.
  12. Vgl. Leppin 2017: 154 f., sowie ähnlich auch Schorn-Schütte, L. (2011): Die Reformation. Vorgeschichte, Verlauf, Wirkung. 5. Aufl., München, S. 89.
  13. Schorn-Schütte 2011: 61 f.; vgl. ähnlich auch Leppin 2017: 49.
  14. Vgl. Rath, J. (2019): Bielefeld. Eine Stadtgeschichte. Regensburg, S. 43.
  15. Vgl. ebd.: 44 und 164.
  16. Vgl. Korte, F. (2010): Das Ratsgymnasium Bielefeld in Stift, Stadt und Staat seit 1293. Essen. Aus den 57 Daten im Bielefelder Urkundenbuch sowie weiteren Vermerken zu Studierenden „de Bilevelde“ in den Matrikelverzeichnissen verschiedener Universitäten schließt Korte auf den durchgängigen Bestand der Lateinschule (vgl. ebd., und Korte, F. (2008): Die Frage des Gründungsdatums 1558. In: Altenberend, J. / W. Schröder (Hrsg.) (2008): Deo et Literis. Schule mit Geschichte – Schule mit der Zeit. Festschrift zum 450-jährigen Jubiläum des Ratsgymnasiums Bielefeld. Bielefeld. S. 187-192, hier S. 188, sowie neuerdings Sigler, S. [2018]: Wie alt ist das Ratsgymnasium? Online unter: http://www.rats1293.de/, abgerufen am 7.4.2021).
  17. Vogelsang, R. (2008): Bürgerschule und Gelehrtenanstalt – 450 Jahre Gymnasium in Bielefeld. In: Altenberend / Schröder 2008, S. 11-48, hier S. 11 f.
  18. Reichelt, S. (2008): Religion als Teil der Schulkultur. In: Altenberend / Schröder 2008, S. 345-348, hier S. 345.
  19. Vgl. etwa aus der jüngsten Festschrift (Altenberend / Schröder 2008) den damaligen Oberbürgermeister David (David, E. (2008): Grußwort des Oberbürgermeisters zum 450. Jubiläum des Ratsgymnasiums. In: Altenberend / Schröder 2008, S. 9), den Leitenden Stadtarchivdirektor im Ruhestand Vogelsang (Vogelsang 2008: 11 f.), oder den Gastbeitrag des Bielefelder Theologen Nipkow (Nipkow, K. E. (2008): Erbe als Zukunftschance. Evangelisches Bildungsdenken vor der Herausforderung einer pluralen demokratischen Gesellschaft. In: Altenberend / Schröder 2008, S. 349-359, hier S. 349).
  20. Luther, M.: Von der Freiheit eines Christenmenschen, 1520. In: D. Martin Luthers Werke. Kritische Gesamtausgabe. 7. Band. Weimar 1897, S. 12-38, hier S. 32; vgl. Lauster 2014: 301.
  21. Luther, M.: An die Rathherrn aller Stedte in Deutschland. An die Bürgermeister und Rathherrn aller Stedte Deutschlandes / Das sie christliche Schulen auffrichten / und halten sollen, 1524 In: Der ander Teil aller deutschen Bücher und Schrifften des thewren / seligen Mans Gottes D. Mart. Lutheri. Jena, Thomas Rebarts Erben, 1585, S. 454v-464v, hier S. 457v. (Ratsgymnasium Bielefeld, Bibliothek, B 187).
  22. So allgemein Fuhrmann, M. (2002): Bildung. Europas kulturelle Identität. Stuttgart, S. 22.
  23. Vgl. Vogelsang 2008: 11-13, sowie zum Religionsunterricht Ohly, W. (2008): Ernst Hildebrands Gemäldezyklus in der Aula des Ratsgymnasiums. In: Altenberend / Schröder 2008, S. 123-132, hier S. 132.
  24. Leppin 2017: 93.
  25. Vgl. Schorn-Schütte 2011: 62 f.
  26. Vgl. Möller, E. / G.  Eismann (2005): Art. „David Köler“. In: Finscher, L. (Hrsg.) (2005): Die Musik in Geschichte und Gegenwart (MGG). Allgemeine Enzyklopädie der Musik begründet von Friedrich Blume. Personenteil. Bd. 10. 2. Auflage, Kassel u.a., Sp. 447- 449, Sp. 447.
  27. Vgl. zu den „Psalmen Davids“ in der Bibliothek Gerwin, C. / B. Magofsky (2018): Eine Rarität in der Lehrerbibliothek des Ratsgymnasiums – David Kölers „Psalmen Davids“ aus dem Jahr 1554. In: Ravensberger Blätter. 2. Heft 2018, S. 1-13, sowie zur Aufführung Gerwin, C. / B. Magofsky (2020): „dancket dem Herren/ denn er ist freundtlich […] und seine güte weret ewiglich“. In: bibliotheca.gym, 18.12.2020. Online unter: https://histgymbib.hypotheses.org/7715.
  28. Ohly 2008: 123
  29. Reichelt 2008: 345.
  30. Vgl. zur vormaligen Ausstattung, Veränderungen und Renovierungen der Aula Kansteiner, A. (2008): Die Die Aula des Ratsgymnasiums – Museum oder multifunktionaler Raum. In: Altenberend / Schröder 2008, S. 119-122, sowie zum Gemäldezyklus Ohly 2008: 123.
  31. Kansteiner 2008: 121.
  32. Das Original in der Aula des Ratsgymnasiums ist indessen farbig und kann etwa bei Tagen der offenen Tür oder im Rahmen der Schulkonzerte gesehen werden. Farbdrucke sämtlicher Gemälde finden sich bei Ohly 2008.
  33. Schilling, H. (2017): 1517. Weltgeschichte eines Jahres. München, S. 278, sowie allgemein zu diesem Ereignis ebd.: 258-289.
  34. Leppin 2017: 39.
  35. Kaufmann 2017: 54.
  36. Vgl. Stollberg-Rilinger 2006: 52, und Schorn-Schütte 2001: 34, 36 f.
  37. Vgl. Leppin 2017: 71.
  38. Schorn-Schütte 2011: 39.
  39. Vgl. Huber 2005: 87 f.
  40. Steinmeier, F.-W. (2021): 500 Jahre Martin Luther auf dem Wormser Reichstag. Videobotschaft, 16.4.2021. Online unter: https://www.bundespraesident.de/SharedDocs/Downloads/DE/Reden/2021/04/210416-Worms-Luther.pdf;jsessionid=7657904B039B1146A34C48C209F8B738.1_cid353?__blob=publicationFile, abgerufen am 18.4.2021.
  41. Engelshausen, F. u.a. (2015): Meilensteine der deutschen Geschichte. Von der Antike bis heute. Berlin, S. 93.
  42. Luther, M: Dictio D. Martini Lutheri coram Caesare Carolo et Pricipibus Vuormaciae feria quinta post Misericordia Domini. 1521. In: Luther. In: D. Martin Luthers Werke. Kritische Gesamtausgabe. 7. Band. Weimar 1897, S. 831-838, hier S. 838.
  43. Durch Unterstützung des Vereins „Die Förderer der Bibliothek des Ratsgymnasiums Bielefeld e.V.“ wurden alle sieben Handschriften inzwischen restauriert, viele Inkunabeln, größtenteils religiösen Zuschnitts, ebenso (vgl. dazu https://www.ratsgymnasium-bielefeld.de/index.php/freunde/foerderer-der-bibliothek).
  44. In den Kernlehrplänen Evangelische und Katholische Religionslehre des Landes Nordrhein-Westfalen sollen im jeweils 5. Inhaltsfeld „Zugänge zur Bibel“ geschaffen (Ministerium für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen (Hrsg.) (2019): Kernlehrplan für die Sekundarstufe I Gymnasium in Nordrhein-Westfalen. Evangelische Religionslehre. Düsseldorf, S. 15) bzw. die „Bibel als ,Ur-kunde‘ des Glaubens“ untersucht werden (Ministerium für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen (Hrsg.) (2019): Kernlehrplan für die Sekundarstufe I Gymnasium in Nordrhein-Westfalen. Katholische Religionslehre. Düsseldorf, S. 16).
  45. Da ich seit 2011 Lehrer am Ratsgymnasium bin, beziehe ich mich im Folgenden allein auf offizielle Dokumente und publizierte Texte, die davor erscheinen sind.
  46. Ratsgymnasium Bielefeld (Hrsg.) (2007): Schulprogramm und Schulprofil Ratsgymnasium Bielefeld. Bielefeld, S. 5.
  47. Reichelt 2008: 345.
  48. Ebd.: 345
  49. Ebd.: 346
  50. Ratsgymnasium Bielefeld 2007: 5. Dass dies aktuell unter den Bedingungen der Corona-Pandemie nicht erfolgen kann, sei zumindest erwähnt.
  51. Reichelt 2008: 346.
  52. Steinmeier 2021; vgl. auch Lauster 2014, S. 329.
  53. Lauster 2014, S. 329
  54. Nipkow 2008: 359

Jezsuita oktatás Közép-Európában a nagyszombati egyetem és gimnázium példáján

Szerzetesség a koraújkori Magyarországon -

online műhelykonferencia az ELTE BTK Tématerületi Kiválósági Pályázat „Közösségépítés: család és nemzet, hagyomány és innováció”; az ELTE Egyetemi Könyvtár és Levéltár; az ELTE-MTA Egyetemtörténeti Kutatócsoport és a NKFIH K 131973. sz. projekt szervezésében
Időpont: 2021. április 22. (csütörtök)
Elérhetőség: Microsoft Teams felületen az alábbi linken: https://teams.microsoft.com vagy előzetes regisztrációval: toth.krisztina@btk.elte.hu email címen 2021. április 21-ig.

Program

Délelőtt

  • 9.00 Köszöntő
  • 9.10 Kádár Zsófia: Intézményi keretek: az osztrák jezsuita rendtartomány a 17. században
  • 09.40 Siptár Dániel: Olajág és írótoll – a Jézus Társasága Magyarországon a feloszlatást megelőző kilenc évtizedben
  • 10.10 Fazekas István: Katolikus egyházi intézmények Nagyszombatban
  • 10.40 Szünet
  • 11.00 Szögi László: A nagyszombati egyetem újonnan elkészült hallgatói adatbázisa
  • 11.30 Tóth Krisztina: A nagyszombati egyetem tanári adatbázisa
  • 12.00 Ebédszünet

Délután

  • 13.00 Viskolcz Noémi: Az Esterházyak és Nagyszombat
  • 13.30 Ternovácz Bálint: Nagyszombati középiskolai diákság középiskolai adatbázisa
  • 14.00 Tusor Péter: A jezsuita gimnáziumi adatbázis és a kora újkor kutatás új távlatai (A költő Gyöngyösi példája)
  • 14.30 Szünet
  • 14.45 Szekér Barnabás: A szomszédvár: a nyitrai piarista kollégium a 18. században
  • 15.15 Kökényesi Zsolt: Megközelítések a székelyudvarhelyi jezsuita gimnázium diákságához (1689–1773)
  • 15.45 Zárszó

 

Alcide de Gasperi és az egységes keresztény Európa

MTA-PPKE Fraknói Vilmos Római Történeti Kutatócsoport -

Alcide de Gasperi és az egységes keresztény Európa Szerző Tóth Krisztina Kanász Viktor 2021. 04. 13., k - 09:22 Hely Barankovics Alapítvány Indexkép Leírás

140 éve született Alcide de Gasperi, az egységes keresztény Európa gondolatának egyik markáns képviselője, Robert Schuman, Konrad Adenauer, Winston Churchill és Jean Monnet mellett Európa alapító atyáinak egyike. Az 1945 és 1953 között az olasz miniszterelnöksége idején Olaszországot a demokratikus modernizáció útjára vezette, míg nemzetközi szinten hozzájárult az európai integráció alapjainak lerakásához, mindezt úgy, hogy hazájában és koalíciós partnerei körében koránt sem az utóbbi volt az elsődleges prioritás.Honnan indult ki karrierje, ami megalapozta gondolkodását Európáról és hogyan vélekedett egy nemzetek feletti európai szövetségről? Az évforduló apropóján ezekre a kérdésekre keresem a választ.

Külső link Alcide de Gasperi és az egységes keresztény Európa Kulcsszavak XX. század

Online konferencia a jezsuita oktatásról (17-18. század)

Jezsuita Levéltár és Rendtörténeti Könyvtár -

Örömmel adjuk tudtára mindenkinek, hogy a Kora Újkori Jezsuita Iskoláztatás Kutatócsoport (amellyel a levéltárunk aktív és gyümölcsöző munkakapcsolatban áll) 2021. április 22-én online konferenciát tart a 17-18. századi jezsuita oktatásról. A tanácskozás központi témája a nagyszombati jezsuita oktatási intézmények (az egyetem és főleg a gimnázium) diákságának átfogó és összehasonlító vizsgálata, melynek terén mára a kutatócsoport komoly eredményeket ért el. Meghívó

A jövő csütörtökön 9-16 óra között tartott programban több mai vagy korábbi levéltári munkatársunk is megszólal majd.

Minden érdeklődőnek szeretettel ajánljuk az eseményt, amely a Microsoft Teams felületén követhető, ezen a linken: https://teams.microsoft.com/…/19…/1617816450956… A konferencia programja a következőképpen alakul:

2021. április – „Engedjétek meg, hogy húsvét estéjén megkérdezzelek titeket: mi újat adott nektek a mai nap”

Nyíregyházi Egyházmegye Levéltára -

Nyíregyháza, 1964. márc[ius] 29.

A feltámadt Krisztus szolgái vagyunk.
Cél: A húsvét legyen lelkiismeretünk megújulása.
Bev[ezetés]: Mi újat ad nekünk a mai nap?
1: Megújul a hitünk: Erős Isten szolgái vagyunk.
2: Megújul a reményünk: Istenünk az örök élet Ura.
3: Megújul a szeretetünk: Az emberszerető szolgái vagyunk.
Bef[ejezés]: Bennünk is feltámad Krisztus.

Kedves Testvéreim!

Mind, akik meg vagyunk keresztelve Krisztusban, az ő halálában kereszteltettünk meg. Az a vízzel való leöntés, ami a régi egyházban a víz alá való lemerítés formájában történt, azt fejezi ki, hogy eltemettek bennünket, mint azokat, akik meghaltak, mint ahogy nagypénteken eltemették Krisztust.

Amint viszont Krisztus feltámadt az Atya dicsősége által, úgy mi is új életet éljünk, amint a régi Szentírás-fordítás kifejezi: az élet újságában járjunk. Ez az új élet, ez a kegyelmi élet kereszténységünk lényege. Ez a meghalás a bűnnek és feltámadás az Istennek a húsvét nagy misztériuma, ami[n]t az egyetemes zsinat liturgikus szabályzata is az egész liturgia.

Kedves Testvéreim!

Engedjétek meg, hogy húsvét estéjén megkérdezzelek titeket: mi újat adott nektek a mai nap?

Annyit hallunk, annyit beszélünk, annyit éneklünk húsvétkor a megújulásról, hogy okvetlenül el kell gondolkoznunk pár percig: újult meg mibennünk ma valami? Részesüljünk a szőlőtőke új termésében.

Jertek, igyunk új italt… hív ma ősi zsolozsmánk.

Krisztus új birodalmat teremtett nekünk,

új életre ébresztett bennünket,

ő a mi új pászkánk.

Szent Pál beszél az új emberről, aki folytonosan megújul. Int minket a nagyszombati apostolban, hogy haljunk meg a bűnnek és éljünk Istennek, Krisztus hasonlatossága szerint, s járjunk mi is az élet újdonságában.

1. Ezt énekeljük, ezt olvassuk, s a valóságban pedig beszüremlett a mi lelkünkbe is a rágalom: hogy a mi életünk, a mi vallásunk, a mi Krisztusunk ósdi, maradi, idejét múlta már. Mi a hagyományokat őrizzük csak, a megújulás azoké, akik Krisztus nélkül húsvétolnak, s feltámadás helyett tavaszt, kiscsirkét, nyuszikát, hímes tojást ünnepelnek csupán.

Nos hát, ez a mai nap, kedves testvéreim, kisepri belőlünk ezt a vallási csekélyértékűség-tudatot, kiirtja belőlünk a Krisztus által annyiszor korholt kishitűséget.

Ma megújul a hitünk: a feltámadt Krisztus üres sírjánál állva látjuk, hogy milyen erős, hatalmas Isten szolgái vagyunk. Mi a feltámadt Krisztus szolgái vagyunk! A gyermek Jézus felnőtt, a szenvedő Jézus meghalt, a mi Jézusunk, aki most is fent van a mennyországban, és aki itt is jelen van az Oltáriszentségben, a feltámadt Krisztus. Diadalmas hadvezérünk és Urunk ő nekünk, mert a halál önkéntes vállalása által legyőzte a halált, vagyis megszüntette az örök halálnak, a kárhozatnak elkerülhetetlen voltát, és még az előtte meghaltaknak, a sírban levőknek is, az előtte meghaltaknak is megadta a lehetőséget, hogy amennyiben életük folyamán méltónak bizonyultak rá, bejuthassanak az örök életre.

Ma megújul a hitünk: nem csak azért, mert ma látjuk, hogy milyen sokan vagyunk még Krisztus hívei, hanem mert megbizonyosodunk róla, hogy ez az Üdvözítő módszere: látszólag hagyja magát legyőzetni, elbukik, elrejtőzik, de csak azért, hogy annál teljesebb legyen diadala, mikor feltámad, mikor megjelenik.

Testvérem, legfeljebb hatvan-nyolcvan húsvétot ünnepelhetsz tudatosan életedben. Annak mindnek építeni kell valamit a lelkeden, annak mindnek van egy üzenete a te számodra is: meghallottad-e? Hány van még neked hátra? Öregbedik-e veled együtt a hited is? Ha nem voltál itt nagycsütörtökön, mikor ezren álltuk körül az oltárt és ünnepeltük a hit egyik legmélyebb titkát: az Oltáriszentséget; ha nem voltál itt nagypénteken, mikor püspök atyánk arra intett minket, hogy megváltásunkat áldozatainkkal és imádságos életünkkel tegyük hatékonnyá a magunk számára, akkor legalább most, húsvétkor írj valamit a szívedbe, egy gondolatot, ami vallásosságodat előbbre viszi, ami lelki életedet megújítja.

Ha a hited csak fásult szembehelyezkedés a világgal, kiábrándultság, dacos elkeseredés, mint a Tamás apostol hite, aki amikor látta, hogy Jézus Jeruzsálembe a biztos halálba indul, így szól tanítványtársaihoz: menjünk mi is, haljunk meg ővele!… akkor alakítsa át a te hitedet is a feltámadt Krisztus örvendező hitté, mint a Tamásét, mint a Sz[ent] Pálét, aki azt írja, hogyha a keresztség által meghalunk a bűnnek, akkor együtt Krisztussal élni is fogunk Istennek.

A lelkigyakorlat, sok szertartáson való részvétel, szentbeszédhallgatás, Szentírás-hallgatás, mind-mind arra való e szent napokban, hogy hitedet megújítsa.

2. És ezen kívül mi újat ad még neked a húsvét? Felkavarja a lelkedet sorsodat illetően. Halál, örök élet: ha belépsz a templomba most el nem kerülheted e szavakat, e gondolatokat. A szentsír, a sírlepel ezt sugározza, az énekek ezt zúgják feléd. Ha komolyan részt veszel egy szertartáson, és nem csak jelen vagy, hanem figyeled, keresed értelmét, énekeled, végzed azt, fel kell, hogy lobbanjon benned egy gyöngébb vagy erősebb vágyakozás az örök élet után.

A húsvét a hitetleneknek is az életöröm ünnepe: a szórakozás locsolódás, a tavaszi szimbólumok alkalmazása mind erről beszélnek. De mennyivel túlmutat ezeken a mi húsvéti életörömszimbólumunk, a pászkáskosár!

A kosár vagy szatyor, vagy tál kifejezi, hogy úton vagyunk, maga a földi életünk is pászka, átmenet. Isten eme átmenet idején is megpakolja kosarunkat földi javaival, de e földnek minden öröme csak előíze annak az örök boldogságnak, amivel az Isten ajándékoz meg minket az örök boldogságban. Egy fiatal asszonyka mondotta egyszer boldog házasságkötése után papjának: én nem is gondoltam, hogy ilyen nagy boldogság is van a földön, hát még, ami a mennyországban vár ránk, az milyen lehet.

Ez az örök boldogság utáni vágyakozás a remény, ezt is megújítja bennünk a húsvét. Ez kifinomult, természetfeletti ízlés, mely nem éri be akármilyen félmegoldással, pótörömmel, kábítószerrel, ital, paráznaság mámorával, egy cigaretta vagy egy szelet csoki vigasztalásával, hanem az örök, tiszta, nemes örömökre pályázik, s a nyolc boldogság kútjaiból azok előízét élvezi.

Ez az az öreg ember, aki úgy gondolja: fáradt, öreg, törődött vagyok, de a halálban mégsem a megsemmisülést áhítom, hanem kedvem van rá még, hogy téged, Jézusom, az örökkévalóságon át dicsérjelek.

Ez az a fiatalember, aki nem éri be a húsvéti likőrrel, vendégeskedéssel, szórakozással, hanem minden napján az ünnepnek eljön a szentmisére, és elmondja: várom a jövendő örök életet.

3. Végül, ami a legfontosabb, megújítja bennünk a húsvét a szeretetet. Péter szerette Jézust húsvét előtt is, nagycsütörtökön mégis megtagadta. S húsvét után mit kérdezett meg tőle Jézus háromszor is: Péter szeretsz-e engem. És Jézus rábízta anyaegyházát, mert bízott benne, hogy Péter szeretete megújult. A Jézus iránti szeretetünket a húsvéti gyónásunkban újítottuk meg. Sokaknak kihűlt szeretete Isten iránt. Családját, foglalkozását a legtöbb ember szereti. Ereje szerint teljesíti kötelességeit velük szemben, mert hiszen az igaz szeretet szolgálat. Csak éppen Istennel szemben feledkezik meg a legtöbb ember kötelességéről, arról, hogy nevének tiszteletet adjon, napját megszentelje, s imádja őt minden este lefektében. Pedig ez a legfőbb parancs, ezért vagyunk a világon, hogy Istent szeressük, s Jézus e szent napokban ezt mutatta meg nekünk leginkább: mennyire kell szeressük az Istent, s az Istenért az embereket is. Mert nemcsak az Isten iránt, de hitvesünk, gyermekeink, szüleink, testvéreink, barátaink, munkatársaink, embertársaink iránt is meg kell újulnia szeretetünknek, hogy a feltámadás által gyűlölőinknek is bocsássunk meg, és egymást mint testvérek öleljük.

K. T.! A beszéd elején azt kérdeztem tőletek: mi újat adott nektek a mai nap. Ha hívő magatartásodat, reménykedésedet és szeretetedet megújította, akkor jól húsvétoltál. Akkor, ha most a beszéd végén megkérdezlek, hogy a Krisztus, akiben megkereszteltettél, benned is feltámadt-e, akkor azt felelheted: valóban feltámadt!

Amen.

[Forrás: Nyíregyházi Egyházmegye Levéltára II–30–a.]

Bepillantás az ellentmondásos világi pápai kamarás, Esty Miklós hagyatékába

MTA-PPKE Fraknói Vilmos Római Történeti Kutatócsoport -

Bepillantás az ellentmondásos világi pápai kamarás, Esty Miklós hagyatékába Szerző Sági György Kanász Viktor 2021. 04. 09., p - 10:01 Hely Magyar Kurír Indexkép Leírás

Esty Miklós online elérhetővé vált iratainak rendezésére még 2014-ben került sor az MTA-PPKE Fraknói Vilmos Római Történeti Kutatócsoport jogelődje, a ’Lendület’ Egyháztörténeti Kutatócsoport keretén belül. A munkát Sági György, a kutatócsoport jelenlegi tudományos segédmunkatársa végezte.

Külső link Bepillantás az ellentmondásos világi pápai kamarás, Esty Miklós hagyatékába Kulcsszavak XX. század

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